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  • 08Feb

    Die englische Health Protection Agency (HPA) und NHS London bestätigen, dass ein Drogen injizierender Heroinabhängige positiv auf Milzbrand (Anthrax) getestet wurde und in einem Londoner Krankenhaus behandelt wird.

    Dies ist der erste Fall von Milzbrand bei einem Drogenkonsumenten in England, wobei ähnlich Fälle zunächst im Dezember 2009 in Schottland auftraten. In Schottland sind bislang 19 entsprechender Fälle bestätigt worden. Wie in Schottland ist die Quelle der Infektion wahrscheinlich mit Anthrax gemischtes Heroin.

    Die vollständige Pressemitteilung vom Health Protection Agency in englischer Sprache könnt Ihr über den folgenden Link erreichen:

    http://www.hpa.org.uk/webw/HPAweb&HPAwebStandard/HPAweb_C/1265296975679?p=1259152466069

    Zu dem Thema empfehle ich Euch auch meine folgenden Artikel:

    19. Januar 2010 – Information für Drogenkonsumenten – Milzbrand (Anthrax) bei Drogenkonsumenten in Deutschland

    15. Januar 2010 – Milzbrand-Todesfall bei einem i.v. Drogenkonsumenten in Nordrhein-Westfalen

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  • 08Feb

    Seit dem 1. Januar 2009 zahlen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung Beiträge nach einem einheitlich festgelegten Beitragssatz. Die Beiträge fließen zusammen mit Steuermitteln in den Gesundheitsfonds und werden nach gesetzlich festgelegten Kriterien an die Krankenkassen verteilt.

    Erzielen Krankenkassen mit den Geldern aus dem Gesundheitsfonds Überschüsse, können sie diese Überschüsse in Form von Prämien an ihre Mitglieder auszahlen, soweit sie über eine ausreichende Finanzreserve verfügen. Kommt eine Krankenkasse mit den aus dem Gesundheitsfonds zugewiesenen Geldern nicht aus, erhebt sie von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag. Vorab müssen aber vorhandene Wirtschaftlichkeitsreserven ausgeschöpft sein.

    Zum Thema “Zusatzbeitrag” hat das Bundesministerium für Gesundheit unter folgendem Link Informationen zur Höhe des Zusatzbeitrages, zum Sonderkündigungsrecht, zur Fälligkeit des Zusatzbeitrages, zur Hinweispflicht der Kassen und zum Personenkreis der Zusatzbeitragspflichtigen bereitgestellt:

    http://www.bmg.bund.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/Z/Glossarbegriff-Zusatzbeitrag.html

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  • 08Feb

    Beim Thema HIV und Migration denkt man in Deutschland meist an Immigration aus Ländern bzw. Regionen mit generalisierten HIV-Epidemien in der Allgemeinbevölkerung, vor allem aus Subsahara-Afrika. Deutschland ist von dieser Immigration viel weniger betroffen als die ehemaligen Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich und Belgien, aber auch die skandinavischen Länder. In Deutschland stellen Menschen aus anderen europäischen Ländern einen viel höheren Anteil an Personen mit Migrationshintergrund in der Bevölkerung als die vergleichsweise kleine Gruppe von Menschen aus Subsahara-Afrika. Für viele dieser Migranten aus Südost- und Osteuropa (z. B. Rumänien, Ex-Jugoslawien) ist Deutschland verglichen mit ihrem Heimatland das Land mit der höheren HIV-Prävalenz. Internationale Migration sorgt also dafür, dass HIV-Infektionen sowohl nach Deutschland “importiert” als auch aus Deutschland “exportiert” werden.

    Die Verknüpfungen zwischen HIV und Migration sind dabei vielschichtig.

    Der komplette Bericht zu diesem Thema ist beim Robert-Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin Nr. 5 vom 08. Februar 2010 erschienen. Diesen Bericht könnt Ihr über den folgenden Link einsehen:

     http://www.rki.de/cln_160/nn_196322/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2010/05__10,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/05_10.pdf

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  • 08Feb

    Im Epidemiologischen Bulletin 05/2010 vom 08. Februar 2010 hat das Robert-Koch-Institut eine kurze Situationseinschätzung zur Verbreitung des Schweinegrippevirus A/H1N1 für die 4. Kalenderwoche 2010 ausgegeben:

    Nachfolgend der entsprechende Wortlaut:

    Deutschland

    Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist bundesweit in der 4. Kalenderwoche 2010 im Vergleich zur Vorwoche angestiegen und liegt im geringfügig erhöhten Bereich. Die Zahl der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen in Deutschland stieg insbesondere bei den Klein- und Schulkindern an. Im NRZ wurden in 13 der eingesandten 48 Sentinelproben Influenza-Viren nachgewiesen. Es wurden ausschließlich Neue Influenzaviren A/H1N1 nachgewiesen. Die erhöhte ARE-Aktivität kann durch einen erneuten Anstieg der Influenza-Aktivität, aber auch durch andere Erreger akuter respiratorischer Erkrankungen verursacht sein.

    In vier AGI-Regionen liegen die Werte im Bereich der Hintergrundaktivität (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz/Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen). In fünf AGI-Regionen sind die Werte geringfügig erhöht (Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern). In Hessen liegen die Werte im moderat erhöhten Bereich, in den AGI-Regionen Brandenburg/Berlin und Sachsen sind die Werte in der 4. Kalenderwoche deutlich erhöht.

    International, Ergebnisse der europäischen Influenzasurveillance durch EISN

    Für die 3. Kalenderwoche 2010 berichtete kein europäisches Land über eine sehr hohe oder hohe Intensität an Influenza-ähnlichen und/oder akuten respiratorischen Erkrankungen, fünf Länder berichten über mittlere Intensität und 24 Länder berichten über niedrige Intensität. Zwei Länder berichten über einen zunehmenden Trend der Influenza-Aktivität, darunter ist Polen. Dagegen meldeten neun Länder einen abnehmenden Trend, darunter sind Österreich und Spanien. In 18 Ländern wurde die Influenza-Aktivität als gleichbleibend stabil gemeldet.

    Weitere Informationen unter http://ecdc.europa.eu

    Quelle: Influenza-Wochenbericht für die 4. Kalenderwoche 2010 aus dem RKI in Zusammenarbeit
    mit der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) und dem NRZ für Influenza am RKI.

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  • 08Feb

    Berlin – In Deutschland erkranken jährlich etwa 14 000 Menschen am “schwarzen Hautkrebs”, dem Melanom. Haben sich schon Metastasen in den Lymphknoten gebildet, sollte nach der Operation eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Denn diese reduziert das Risiko, dass erneut Lymphknoten vom Tumor befallen werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich neuer Studienergebnisse hin.

    “Die Strahlentherapie des fortgeschrittenen Melanoms wird an verschiedenen Zentren bereits angeboten. Sie gehört derzeit aber nicht zum Therapiestandard”, erläutert DEGRO-Präsidentin Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. “Mit den vielversprechen¬den Studienergebnissen, die kürzlich auf einem amerikanischen Kongress vorgestellt wurden, sollte sich dies nun ändern”, fordert Engenhart-Cabillic. Die Untersuchung hatte erstmals gezeigt, dass eine postoperative Strahlentherapie erneute Lymphknotenmetastasen verhindern kann.

    Die Studie umfasste insgesamt 217 Patienten und wurde von Wissenschaftlern aus Australien und den Niederlanden durchgeführt. Bei allen teilnehmenden Patienten hatte der Tumor einen oder mehrere Lymphknoten befallen. Ärzte entfernten diese – ebenso wie den Primärtumor – zunächst operativ. Die Hälfte der Betroffenen erhielt in den Wochen nach der Operation eine Strahlentherapie. Der Anteil jener, bei denen der Krebs innerhalb der folgenden drei Jahre wieder Lymphknoten befiel, sank dadurch von 31 auf 19 Prozent.

    “Dies ist einer der wichtigsten Fortschritte in der Behandlung des Melanoms, eines der bösartigsten Krebsleiden überhaupt”, erläutert Engenhart-Cabillic. Sie betont, dass die Strahlentherapie ambulant durchgeführt werden kann und keine Schmerzen verursache. Dies erklärt nach Ansicht der Radioonkologin auch die hohe Motivation der Studienteilnehmer: 79 Prozent hielten alle 20 Behandlungstermine ein. “Die Wiederkehr oft schmerzhafter Lymphknotenmetastasen zu verhindern, gibt den Betroffenen ein großes Stück Lebensqualität zurück. Auch wenn die Strahlentherapie das Leben der Patienten nicht verlängern kann, ist sie doch ein wichtiger Baustein der palliativen Therapie”, so Engenhart-Cabillic.

    Zur Strahlentherapie

    Die Strahlentherapie ist eine hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheits¬standards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomographie ermöglichen eine exakte Ortung der Krebsherde. Mit modernen Bestrahlungsgeräten können Radioonkologen die Strahlen dann punktgenau auf den Tumor lenken. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

    Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften vom 08. Februar 2010, veröffentlicht beim Informationsdienst Wissenschaft – www.idw-online.de

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  • 08Feb

    Wissenschaftler entwickeln Impfstoff gegen Bakterium Heliobacter pylori

    München (ng) – Jedes Jahr erkranken fast 19.000 Menschen in Deutschland neu an Magenkrebs. 90 Prozent dieser Karzinome sind auf eine Infektion mit dem Bakterium Heliobacter pylori zurückzuführen. Diese Infektion wird zurzeit vor allem mit Antibiotika behandelt. Der Erreger ist in den letzten zehn Jahren jedoch vermehrt unempfindlich gegenüber dieser Therapie geworden. Die Deutsche Krebshilfe fördert jetzt ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, eine Impfung gegen dieses Bakterium zu entwickeln. Die gemeinnützige Organisation unterstützt das Projekt am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TU) mit 266.000 Euro.

    Die chronische Infektion mit Heliobacter pylori ist die häufigste bakterielle Erkrankung weltweit. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit diesem Erreger infiziert – dem Hauptverursacher von Magenkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Keim als “Klasse I Karzinogen”, also als sicher krebserregend, eingestuft. Durch eine Infektion mit diesem Bakterium entzündet sich die Magenschleimhaut. Aus dieser chronischen Entzündung kann sich bei einigen Patienten Magenkrebs entwickeln.

    Um zu verhindern, dass Magenkrebs entsteht, muss die bakterielle Infektion frühzeitig behandelt werden. “Die aktuellen Therapien sind jedoch teuer, haben Nebenwirkungen und der Erreger wird häufig gegen das Antibiotikum resistent”, erklärt Privatdozent Dr. Markus Gerhard. Er ist Projektleiter an der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der TU München. “Ein viel versprechender Ansatz ist hingegen eine Impfung gegen Heliobacter pylori.” Obwohl bereits zahlreiche Impfstoffe getestet wurden, gibt es bisher jedoch noch keinen, der sich für die klinische Anwendung eignet. Im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projektes erforscht das Team um Gerhard nun einen innovativen Impfansatz gegen das Bakterium.

    In früheren Studien haben die Wissenschaftler bereits ein zentrales Molekül identifiziert, das ein idealer Kandidat ist für eine wirkungsvolle Impfstrategie gegen Heliobacter pylori und somit gegen die Entstehung von Magenkrebs: Es handelt sich dabei um einen Eiweißstoff, den das Bakterium selbst produziert und ausscheidet. Dieses bakterielle Protein blockiert die menschliche Abwehrreaktion und verhindert so, dass das Immunsystem das Bakterium beseitigen kann. Mit Hilfe der neuen Impfung soll nun erreicht werden, dass die körpereigenen Antikörper das bakterielle Eiweiß ausschalten. Das Immunsystem ist so in der Lage, das Bakterium eigenständig zu zerstören. Die Impfung soll zukünftig sowohl vorbeugend als auch therapeutisch gegen Heliobacter pylori eingesetzt werden. “Unsere Arbeit wird dazu beitragen, neue Strategien zu entwickeln, um die Entstehung von Magenkrebs sowie von chronischen Entzündungen und Geschwüren zu verhindern”, erklärt Gerhard.

    Interviewpartner auf Anfrage!

    Infokasten: Magenkrebs

    Jedes Jahr erkranken knapp 19.000 Menschen in Deutschland neu an einem bösartigen Tumor des Magens, davon etwa 11.000 Männer (Robert Koch-Institut, 2008). Trotz rückläufiger Neuerkrankungszahlen ist Magenkrebs immer noch eine der häufigsten tumorbedingten Todesursachen. Zu den Risikofaktoren zählen neben einer bakteriellen Infektion des Magens mit Heliobacter pylori auch eine ungesunde Ernährung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Die Deutsche Krebshilfe gibt einen allgemein-verständlichen Ratgeber zum Thema Magenkrebs heraus, der kostenlos bestellt werden kann bei: Deutsche Krebshilfe e. V., Buschstr. 32, 53113 Bonn und im Internet unter www.krebshilfe.de als PDF-Datei bereit steht.

    Projektnr.: 108901

    Quelle Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e.  V. vom 08. Februar 2010

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  • 08Feb

    Uniklinikum Rostock sucht Patienten/Trainingsgruppen werden aufgebaut

    90 Prozent der Demenzerkrankungen lassen sich durch eine Untersuchung mit einem neuen Magnetresonanztomographen (MRT) früher erkennen. Das haben drei Studien des Universitätsklinikums Rostock ergeben, die kürzlich in führenden internationalen Fachzeitschriften publiziert wurden. Ende 2009 wurde ein neuer MRT-Scanner in Betrieb genommen. “Dabei handelt es sich um einen der modernsten Kernspintomographen in Deutschland, der nun der Bevölkerung in Mecklenburg zur Verfügung steht” berichtet Prof. Hauenstein, Direktor des Zentrums für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Rostock (AöR). “Die Untersuchung ist für Patienten ohne Herzschrittmacher, unbedenklich, da Sie lediglich auf der Anwendung von Magnetfeldern beruht”, so der Experte.

    “Mit dieser Technologie können wir frühzeitig feststellen, ob Menschen mit leichten Fällen von Vergesslichkeit oder Unkonzentriertheit eine Demenz bekommen oder ob es sich um ‘normale’ Altersbeschwerden handelt, die keinen Grund zur Besorgnis darstellen”, erklärt Professor Dr. Stefan Teipel von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Rostock. Der moderne MRT liefert Bilder von Veränderungen in bestimmten Hirnregionen, die auf eine Demenz hinweisen.

    Professor Teipel will die Demenz-Früherkennung in Rostock weiter ausbauen und sucht daher Patienten, die sich am Klinikum untersuchen lassen wollen. “Wir suchen Menschen ab 65 Jahre, die unter leichter Vergesslichkeit oder ähnlichen Symptomen leiden und gern an unserer Studie teilnehmen möchten”, so Professor Teipel. Dazu gehört die Bereitschaft zu einem ausführlichen Arztgespräch und einer Untersuchung mit dem MRT.

    “Wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass die oder der Betroffene tatsächlich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Demenz hat, bieten wir unsere Trainingsgruppe oder die Teilnahme an einer bundesweit durchgeführten Studie zur Wirksamkeit neuer Therapieverfahren an”, so Professor Teipel weiter. Entsprechende Gedächtnistrainingsgruppen befinden sich am Uniklinikum Rostock derzeit im Aufbau. In Gruppen von jeweils zwölf Teilnehmern werden gemeinsam Möglichkeiten des Gedächtnistrainings erlernt sowie die Interaktion der Betroffenen untereinander geübt.

    Interessenten melden sich bitte in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Rostock (AöR), Gehlsheimer Straße 20, 18147 Rostock, Tel. 0381 494-4767

    Quelle: Pressemitteilung der Universität Rostock vom 08. Februar 2010

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  • 08Feb

    Mit Giften (Toxinen) von Kegelschnecken sowie der australischen Trichterspinne erforschen Sebastian Auer, Annika S. Stürzebecher und Dr. Inés Ibañez-Tallon vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch die Funktion von Ionenkanälen in Nervenzellen. Ionenkanäle in der Zellmembran ermöglichen die Kommunikation von Zellen mit ihrer Umgebung und sind daher lebenswichtig. Die Forscher entwickelten ein System, mit dem es erstmals möglich ist, gezielt und langandauernd die Funktion einzelner Ionenkanäle von Säugetieren zu untersuchen und mit Toxinen zu blockieren. In transgenen Mäusen gelang es ihnen, durch ein in den Organismus eingebrachtes Toxin-Gen chronische Schmerzen zu blockieren (Nature Method, doi:10.1038/NMETH.1425)*.

    Es gibt schätzungsweise 500 verschiedene Arten von Kegelschnecken, die jede 50 bis 200 verschiedene Toxine produzieren. Aber auch Schlangen, Spinnen, Seeanemonen oder Skorpione produzieren Giftstoffe. Sie lähmen damit bei der Jagd ihre Beute. Forscher schätzen, dass es über 100 000 solcher Giftstoffe gibt. Sie sind für die Wissenschaft interessant, da Forscher mit ihrer Hilfe hoffen, gezielt die Funktion der verschiedensten Ionenkanäle untersuchen zu können. Dabei geht es auch darum, Krankheitsprozesse zu erkennen und möglicherweise Ansätze für neue Therapien zu entwickeln, etwa um zu aktive Ionenkanäle zu blockieren. So gibt es bereits einen Wirkstoff für die Behandlung von Patienten mit schwersten chronischen Schmerzen, der auf einem Toxin einer Meeresschnecke basiert (Ziconotid). 

    Die Forschungsgruppe von Dr. Ibañez-Tallon konzentriert sich auf zwei von derzeit zehn bekannten Ionenkanälen in der Membran von Nervenzellen, die auf elektrische Erregung (Aktionspotential) reagieren und daraufhin den Einstrom von Kalziumionen in die Zelle ermöglichen. Als Folge schüttet die Zelle Botenstoffe des Nervenssystems (Neurotransmitter) aus, welche das Signal dann auf eine nachgeschaltete Nervenzelle übertragen. 

    Bisher setzten Forscher für ihre Untersuchungen Toxine von Kegelschnecken und der Trichterspinne ein, da sie speziell an die beiden Kalziumionenkanäle binden, die die Forscher interessieren. Die löslichen Gifte haben aber den Nachteil, dass sie, wenn sie in Gewebe injiziert werden, auch entfernter gelegende Ionenkanäle ansteuern und ihre Wirkung außerdem nicht lange anhält.

    Sebastian Auer, Annika S. Stürzebecher und Dr. Ibañez-Tallon ist es gelungen, dieses Problem mit Hilfe der Gentechnik zu umgehen. Sie entwickelten mit Lentiviren ein Shuttle, mit dem sie die Gene der Toxine in Nervenzellen schleusen, um sie in das Genom der Zelle einzubauen. Die Zelle kann, wenn das Gen angeschaltet ist, Toxine produzieren, die gezielt an die von den Forschern zur Untersuchung ausgewählten Kalziumionenkanäle binden und zwar langandauernd. Damit haben sie den ersten Schritt erreicht – die gezielte und langanhaltende Ankopplung eines Toxins an einen ganz bestimmten Ionenkanal.

    In einem zweiten Schritt konnten sie zeigen, dass sie auch in lebenden Tieren die Gene von Toxinen gezielt und langandauernd anschalten können, um Ionenkanäle zu untersuchen. In transgenen Mäusen gelang es ihnen, mit den Toxinen bestimmte Kalziumionenkanäle zu blockieren und damit chronische Schmerzen der Tiere zu unterbinden.

    *Silencing neurotransmission with membrane-tethered toxins

    Sebastian Auer1,4, Annika S Stürzebecher1,4, René Jüttner2, Julio Santos-Torres1, Christina Hanack1, Silke Frahm1, Beate Liehl1 & Inés Ibañez-Tallon1

    1Molecular Neurobiology group and 2Developmental Neurobiology group, Department of Neuroscience, Max Delbrück Center for Molecular Medicine, Berlin, Germany. 3Present address: Novartis Pharma AG, Basel, Switzerland.4These authors contributed equally to this work. Correspondence should be addressed to I.I.-T. (ibanezi@mdc-berlin.de).

    Quelle: Pressemitteilung Nr. 8 des Max-Delbrück-Centrums (MDC) für Molekulare Medizin Berlin-Buch in der Helmholtz-Gemeinschaft e. V. vom 08. Februar 2010

    Graphik: Sebastian Auer/Copyright: MDC

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  • 08Feb

    Der GKV-Spitzenverband hat am 01.02.2010 die Festbeträge für 84 Festbetragsgruppen angepasst. Es handelt sich um 64 Gruppen der Stufe 1 (Arzneimittel mit denselben Wirkstoffen), zehn Gruppen der Stufe 2 (Arzneimittel mit pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Wirkstoffen) und zehn Gruppen der Stufe 3 (Arzneimittel mit therapeutisch vergleichbarer Wirkung, insbesondere Arzneimittelkombinationen).

    Weiterhin hat der GKV-Spitzenverband beschlossen, die Festbeträge für zwölf Festbetragsgruppen aufgrund mangelnder Besetzungszahlen aufzuheben. Bezogen auf die Festbetragshöhe in den 84 Gruppen wird

    • in zehn Gruppen der Festbetrag zum Zweck der gesicherten Versorgung angehoben und
    • in 74 Gruppen der Festbetrag aufgrund der Marktdynamik abgesenkt.

    Nach diesen Anpassungsbeschlüssen wird in allen Gruppen eine für die Therapie hinreichende Arzneimittelauswahl sowie eine in der Qualität gesicherte Versorgung gewährleistet.

    Zuvor hatte der GKV-Spitzenverband seinem gesetzlichen Auftrag folgend den Festbetragsmarkt mit 440 Festbetragsgruppen der jährlichen Überprüfung unterzogen. Zu den Festbetragsanpassungs- und Festbetragsaufhebungsvorschlägen vom 26.11.2009 hatte der GKV-Spitzenverband in der Zeit vom 08.12.2009 bis 06.01.2010 in einem geordneten und transparenten Verfahren die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung durchgeführt, bei der Sachverständige der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaft und Praxis sowie der Arzneimittelhersteller und der Berufsvertretungen der Apotheker zu den vorgeschlagenen Festbeträgen Stellung nehmen konnten.

    Die Festbetragsbeschlüsse des GKV-Spitzenverbandes vom 01.02.2010 werden im Bundesanzeiger Nr. 21 vom 09.02.2010 bekannt gemacht. Sie stehen ab dem 09.02.2010 mit weiteren Servicedaten auf der Webseite des GKV-Spitzenverbandes unter www.gkv-spitzenverband.de in dem Bereich -> Versorgungsbereiche der GKV -> Arzneimittel abrufbar zur Verfügung. Darüber hinaus werden die Verbände der Marktkreise schriftlich informiert.

    Diese neuen Festbeträge treten zum 01.04.2010 in Kraft. Insgesamt führen die Beschlüsse zu einem zusätzlichen Einsparvolumen von 270 Millionen Euro pro Jahr. Damit summiert sich das Einsparvolumen durch die von den Krankenkassen festgesetzten Arzneimittel-Festbeträge insgesamt auf 4,65 Milliarden Euro für 2010.

    Zuzahlungsbefreiungsgrenzen für 43 Festbetragsgruppen gestgelegt

    Ferner hat der GKV-Spitzenverband am 01.02.2010 Zuzahlungsfreistellungsgrenzen für 43 der 84 Festbetragsgruppen, bei denen Einsparungen für die GKV zu erwarten sind, mit Inkrafttreten zum 01.04.2010 festgelegt. Durch diese Beschlüsse sind dann für insgesamt 221 Festbetragsgruppen mit rund 24.000 Fertigarzneimitteln Zuzahlungsfreistellungsgrenzen in Kraft.

    Im Bundesanzeiger Nr. 21 vom 09.02.2010 erfolgt der offizielle Hinweis zu dem Beschluss zu den Zuzahlungsfreistellungsgrenzen vom 01.02.2010. Der Beschluss steht ab 09.02.2010 mit weiteren Servicedaten unter www.gkv-spitzenverband.de in dem Bereich -> Versorgungsbereiche der GKV -> Arzneimittel abrufbar zur Verfügung. Zeitgleich werden die Verbände der Marktkreise schriftlich informiert.

    Quelle: Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbandes vom 08. Februar 2010

    Begriffserläuterungen zu der Pressemitteilung (Ergänzung durch den Admin):

    Festbeträge:

    Als Festbetrag wir der Höchstbetrag bezeichnet, bis zu dem die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für bestimmte Arzneimittel übernimmt. Ist das Medikament teurer als der vereinbarte Festbetrag, so muss der Versicherte die Differenz aus eigener Tasche bezahlen.

    Zuzahlungsfreistellungsgrenze:

    Arzneimittel und damit die Versicherten können von der Zuzahlung befreit werden, wenn der Preis des Arzneimittels mindestens 30 % des Festbetrages unterschreitet. Von dieser den Geldbeutel des Versicherten schonenden Möglichkeit haben alle Generikahersteller Gebrauch gemacht.

    Generikahersteller:

    Generika sind Arzneimittel,  die eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits auf dem Arzneimittelmarkt vorhandenen Markennamenmedikamentes sind. Von dem Originalmarkenpräparat kann sich das Generikum bezüglich der enthaltenen Hilfsstoffe und Herstellungstechnologien unterscheiden. Das Generikum soll dem Originalprodukt therapeutisch gleichwertig sein, d. h. es muss ihm in Wirksamkeit und Sicherheit entsprechen.

    GKV-Spitzenverband:

    Der GKV-Spitzenverband ist der Verband aller gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen. Als solcher gestaltet er den Rahmen für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland; er vertritt die Kranken- und Pflegekassen und damit auch die Interessen der 70 Millionen Versicherten und Beitragszahler auf Bundesebene gegenüber der Politik, gegenüber Leistungserbringern wie Ärzten, Apothekern oder Krankenhäusern. Der GKV-Spitzenverband übernimmt alle nicht wettbewerblichen Aufgaben in der Kranken- und Pflegeversicherung auf Bundesebene. Der GKV-Spitzenverband ist der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 217 a SGB V.

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  • 07Feb

    Trauriger Rekord bei den Arzneiausgaben: Mehr als 4,35 Milliarden Euro mussten die Krankenkassen im Jahr 2009 an den Fiskus abführen. Das sind erneut etliche Millionen mehr als noch ein Jahr zuvor. Obwohl sowohl die Zahl der abgegebenen Rezepte (+0,1 Prozent) als auch die Zahl der abgegebenen Packungen (+ 0,2 Prozent) zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2009 im Vergleich zu 2008 faktisch stagnierten, profitiert der Staat mehr denn je. Das ergaben Berechnungen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, die am Montag in Berlin veröffentlicht wurden.
     
    Die Apotheken unterstützen deshalb die Forderung der Krankenkassen, durch eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel zu einer langfristigen Entlastung von mehr als zwei Milliarden Euro jährlich zu kommen. ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf: „Deutschland gehört zur europäischen Spitze bei der Steuerlast auf Medikamente. Das Einsparpotenzial ist enorm und könnte innerhalb kürzester Zeit gehoben werden – ohne Abstriche für die Versorgung der Menschen.“

    Quelle: Pressemitteilung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) vom 01. Februar 2010

    Eigene Anmerkung zu diesem Thema:

    Das wäre doch eine schnelle Möglichkeit, um den Zusatzbeitrag für Versicherte zu vermeiden Herr Dr. Rösler. Und wenn die Senkung der Mehrwertsteuern für Hotelies möglich ist und der ermäßigte Steuersatz für Lebensmittel, Tiernahrung, Bücher und Schnittblumen gilt, warum dann nicht lebensnotwendige Arzneimittel ebenfalls mit dem ermäßigten Steuersatz besteuern? Naja, und bei medizinischen Geräten für Behinderten klappt es ja auch mit dem ermäßigten Steuersatz.

    Vermutlich wird Herrn Dr. Rösler da aber der Bundesfinanzminister ein Strich durch die Rechnung machen. Da Arzneimittel, wie in der o. a. Pressemitteilung aufgeführt, dem Staat jährlich 4,35 Milliarden Euro in die Kassen spülen, wird er wohl freiwillig nicht auf 2,2 Milliarden Euro Steuereinnahmen verzichten bzw. verzichten können. Da kann man doch eher die Versicherten weiter schröpfen. Und das gilt tatsächlich nur für den Versicherten. Nicht mehr, wie bisher üblich, für Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte. Ulla Schmidt hat da ganze Arbeit geleistet. Den Krankenversicherungsbeitragssatz (der je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen wird) einfrieren und notwendige Erhöhungen als Zusatzbeiträge zu verkaufen, die nur noch vom Versicherten zu tragen sind. Ein echt soziale Idee, die unsere Vorgängerregierung aus CDU/CSU und SPD da hatte.

    Aber noch einmal zurück zur Mehrwertsteuer auf Arzneimittel. Nur Österreich, Dänemark und Bulgarien erheben neben Deutschand den vollen Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel. Alle anderen europäischen Staaten erheben über den ermäßigten Steuersatz bis zum Null-Steuersatz Steuern auf Arzneimittel. Da stelle ich unseren Politikern doch einfach mal die Frage, wo die ständig steigenden Tabaksteuern bleiben, die doch in das Gesundheitssystem einfließen sollten? Nehmen wir doch diese Steuern, halbieren den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel und schon klappt es.

    Zum Glück bleibt uns ja noch Zeit für Hoffnungen. Dr. Rösler kündigt die alles regelnde Gesundheitsreform für 2011 an. Nur gestatten Sie mir Herr Dr. Rösler, dass ich auch hier große Zweifel hege. Wir hatten schon alles von der Jahrhundertgesundheitsreform, über die große bis zur keinen Gesundheitsreform und keine dieser Reformen überdauerten eine Legislaturperiode. Im Gegenteil, die Beiträge stiegen immer weiter.  Und alles auf Kosten der Versicherten. Von steigenden Beiträgen, über Praxisgebühren, Streichungen von Medikamenten aus dem Leistungskatalog, höhere Zuzahlungen, Streichungen beim Zahnersatz …

    Da sind wir alle wirklich gespannt, wie das im Jahre 2011 aussehen wird. Vielleicht haben Sie ja wirklich den Mut, sämtlichen Lobbygruppen zu trotzen und diesmal nicht nur Richtung Versicherte zu sehen. Dazu wünsche ich Ihnen viel Kraft und Durchhaltevermögen. Und denken Sie immer an die von Ihnen gemachte Aussage: “Alle Politiker sollten an ihren Taten gemessen werden”.

    Zu Eurer Information habe ich einmal eine Übersicht der aktuell gültigen Mehrwertsteuersätzen in allen europäischen Staaten und der entsprechenden Mehrwertsteuersätze auf Arzneimittel als Übersicht bereit gestellt. Diese Übersicht ist über den folgenden Link aufrufbar:

    http://www.zukunftsprojekte.net/Informationen/Statistiken/20100207_MehrwertsteuerEuropa.html

    Und wen einmal sämtliche Mehrwertsteuerarten im Vergleich zu allen europäischen Staaten interessieren, dem empfehle ich den folgenden Link, über den Ihr bei der Europäischen Kommission ein PDF-Dokument aller europäischen Mehrwertsteuern 2009 im Vergleich abrufen könnt:

    http://ec.europa.eu/taxation_customs/resources/documents/taxation/vat/how_vat_works/rates/vat_rates_de.pdf 

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